Nur eine Ausfüllhilfe!

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Trololololol…

Wenn man an einer Universität arbeitet, wird einem früher oder später klar, dass die größte Herausforderung, der man sich an manchen Tagen stellen muss, nicht quälende Forschungsfragen oder Anträge für Drittmittelprojekte sind, sondern die eigene Verwaltung. Der Geist, dass die Verwaltung den Lehrstühlen Arbeit abnimmt und für einen reibungslosen Ablauf des Tagesgeschäfts sorgt, muss irgendwann wahnsinnig lachend geflohen sein oder hat niemals existiert.

In der Vergangenheit hatte ich schon Anekdoten, in denen wir als Lehrstuhl einen externen Wirtschaftsprüfer anheuern und bezahlen mussten, damit dieser der Hochschulverwaltung bestätigt, dass unsere Abrechnung stimmt, damit diese dann unterschreibt, dass die Abrechnung stimmt und wir diese Mitteilung dann der EU machen können. In grauer Vorzeit muss die Idee einmal gewesen sein, dass Sacharbeiter mit einer entsprechenden Ausbildung die Abrechnungen vornehmen oder zumindest prüfen. Das macht die Verwaltung aber und kann es von der personalen Ausstattung her auch gar nicht. In der Folge wird diese Arbeit von promovierenden oder promovierten Wissenschaftlern geleistet. Diese kosten zwar auf dem Papier mehr als ein Sacharbeiter, aber die unbezahlte, freiwillige Mehrarbeit macht da eine hübsche Verschlankung der Verwaltung möglich. Die Vorschriften sind aber geblieben: ein Sachbearbeiter der Finanzabteilung muss ein Blatt Papier unterschreiben (und damit Verantwortung über fünf- und sechsstellige Beträge übernehmen), dass er selber weder nachvollziehen noch prüfen kann. Natürlich will diese Person sich rückversichern und will daher eine schriftliche Bestätigung haben, dass alles richtig ist. Spätestens an diesem Punkt, könnte man aber auch einfach einsehen, dass man die Finanzabteilung ganz aus dem Prozess streichen könnte. Aber das ist noch alles nachvollziehbar.

Auf Platz 1 meiner Anekdotenrangliste ist seit dieser Woche die Personalabteilung. Nicht nur, dass unser Sekretariat im Grunde die gesamte Arbeit macht und die Personalabteilung nur prüft, ob das Geld, das wir ausgeben wollen auch tatsächlich da ist und die Daten an das LBV übermittelt (und dabei vor Weihnachten auch gerne mal weit über einen Monat Verzögerung verursacht), nein, auch die Formulare der Personalabteilung will die Personalabteilung selber nicht haben. Zumindest nicht die englischen. Hintergrund: als international ausgerichtete Universität hat die RWTH Aachen selbstverständlich fast alles, was Studierende an Formularen ausfüllen müssen, nicht nur auf Deutsch sondern auch auf Englisch im Angebot. Dazu zählen auch die Unterlagen, die es braucht um einen Hiwi einzustellen. Wer jetzt aber glaubt, man dürfe die von der Verwaltung zur Verfügung gestellten Dokumente auch tatsächlich nutzen, wird (nach einer mehrwöchigen Lagerung der Unterlagen in der Abteilung) darauf hingewiesen, dass man solche Dokumente selbstverständlich niemals nutzen darf! Deshalb gibt es ja auch die gleichen Felder zum Eintragen der Daten! Diese Dokumente sind selbstverständlich nur eine Ausfüllhilfe für die entsprechenden deutschen Dokumente, die der Studierende dann im Glauben, dass die Übersetzung so schon stimmt, dann unterschreiben soll; eine juristische Willensbekundung auf Gut Glück sozusagen. Das ganze ist aus Sicht der Verwaltung so selbstverständlich, dass man darauf nicht hinweisen muss, schon gar nicht auf dem Dokument selber.

Je mehr Kontakt mit der Realität ich bekomme, desto weniger glaube ich an die Überlegenheit einer zentralisierten Verwaltung. Eine kleine interne Servicegruppe, die Weiterbildet und Berät, und mehr Stellen in den Sekretariaten der Lehrstühle, würde dem Unialltag wahrscheinlich sehr gut tun. Leider sieht die politische Stoßrichtung im Moment genau andersherum aus; alles soll zentraler – am besten direkt im Ministerium – gemacht werden. Die Rektoren wehren sich zu recht gegen solche Bestrebungen. Vielleicht sollten sie im eigenen Haus aber auch mal darauf gucken, wo man solche Fehlentwicklungen korrigieren könnte.

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Von Quoten und Qualitäten

SuperC RWTH AachenDisclaimer: Das folgende gibt meine persönliche Wahrnehmung und Meinung wieder. Hinweise auf inhaltliche Fehler und Gegendarstellungen nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen. Ich hoffe, dass sich niemand von meiner recht unverblümten Kritik unangemessen angegriffen fühlt. Falls doch, bitte ich um Mitteilung.

Am 27.05.2013 gab es an der RWTH Aachen eine Podiumsdiskussion zum Thema Quote. Diesmal ging es jedoch nicht darum mehr Frauen für technische Studiengänge zu begeistern, sondern darum wie viele Studierende ihre Studiengänge in Regelstudienzeit oder zumindest überhaupt abschließen. Auf dem nicht vorhandenen Podium saßen

  • Alois Krieg, Univ.-Prof., Prorektor für Studium und Lehre,
  • Wolfgang Loggen, Leiter der Studienberatung,
  • Manfred Nagl, Univ.-Prof., Mentoring Informatik,
  • Matthias Nick, Vorsitzender des AStA, und
  • Thomas Hebbeker, Univ.-Prof., Moderation.

Die Veranstaltung war gut besucht; ich habe über 60 Zuhörer gezählt. Die Einleitung der Podiumsdiskussion durch Herrn Hebbeker war mit Sicherheit der schwächste Teil des Abends. Es wurde in Abwesenheit der Landesministerin für Schule Frau Löhrmann (Grüne) über eine ihrer Wortmeldungen in der Presse hergezogen; dies sei inhaltlich überhaupt nicht haltbar. Sie sei auch eingeladen worden, um ihre Meinung hier zu vertreten, aber nicht gekommen. Diese Art rhetorischen Schattenboxens halte ich bei einer akademischen Podiumsdiskussion für gänzlich unangemessen. Eine Landesministerin kann niemals zu jedem Termin, zu dem sie eingeladen wird, kommen, dafür sind es einfach zu viele. Daher kann dies keine Rechtfertigung dafür sein, über jemanden in dieser Form herzuziehen. Natürlich kann man Wortmeldungen inhaltlich kritisieren, dann aber bitte mit vollem Zitat und Quelle. Vor Ort wurde aber nur angedeutet, dass Frau Löhrmann irgendetwas in die Richtung gesagt hätte, dass manche Universitäten eine hohe Durchfallquote als Auszeichnung verstünden. Ich persönlich habe eine ausgesprochene Abneigung gegenüber den Grünen, aber diese Einleitung fand ich trotzdem abstoßend. Glücklicherweise wurde es danach schnell besser.

Eingangsstatements

Im Folgenden stellten Herr Krieg und Herr Nagl ihre Sicht der Dinge da. Herr Krieg gab die Zielvorgabe für 2018 bekannt: 75% der Studierenden, denen die RWTH Aachen nach einem obligatorischen Einstufungstest den gewählten Studiengang empfiehlt, sollen diesen auch in Regelstudienzeit abschließen. Ich kannte diese Forderung bis dato nur ohne den entscheidenden Relativsatz. Da der Einstufungstest und damit der Anteil der Studierenden, die eine Empfehlung erhalten, von der RWTH Aachen selber festgelegt werden, bleibt es im Ende also bei einer recht weichen Selbstverpflichtung. Das betrachte ich durchaus als eine Verbesserung, da ich mir ansonsten hätte Gedanken machen müssen, wie ich die Studierenden aussuchen soll, die zwar nicht zur Klausur erschienen sind, aber trotzdem bestehen sollen, damit die Quote noch erfüllt wird. Darüber hinaus kam eine ganze Menge interessanter Zahlen zur Sprache. Bei den Studiengängen mit hartem NC (beispielsweise Medizin) betröge der Anteil der Studierenden, die ihren Abschluss auch schaffen, etwa 80%, wohingegen manche Fächer ohne Zugangsbeschränkung lediglich eine Abschlussquote von 40% vorweisen können. Dabei sei es schwer die Zahl der Studienabbrecher genau zu ermitteln, da auch Studierende, die lediglich ihr Studium an einer anderen Hochschule fortsetzen, als Abbrecher gezählt werden; die Datenbasis ist auf die RWTH Aachen begrenzt. Relativ gut aus den Daten könne man die „ÖPNV-Studierenden“ herauslesen; ein Zehntel aller Studierenden der RWTH Aachen schreiben sich ein und melden sich zurück, haben jedoch keine einzige Klausuranmeldung vorzuweisen. Herr Krieg schlug daher scherzhaft die Schaffung eines Studiengangs „ÖPNV“ vor. Der Maßnahmenkatalog, mit dem Herr Krieg sein Eingangsstatement abschloss, war besonders interessant. Um die aktuelle Situation zu verbessern, sollen Assessment Center den Studierenden eine Empfehlung aussprechen oder verweigern, ein „Studium der zwei Geschwindigkeiten“ ermöglicht, Mentoring ausgebaut und Professoren mit hohen Durchfallquoten zum Rapport einbestellt werden. Die Assessment Center sollen rein beratenden Charakter haben; nur die Teilnahme ist verpflichtend. Studierende sollen gezwungen werden, sich tatsächlich Gedanken über ihre Studienwahl zu machen. Wie ein Studium zweierlei Geschwindigkeiten realisiert werden kann, wurde leider vollständig offengelassen. Da Herr Krieg den gesamten Abend über aber nicht müde wurde, diese Worte immer wieder zu gebrauchen, scheint die Idee durchaus eine gewisse Rolle in der Zukunftsstrategie der RWTH zu spielen. Auf das Mentoring selbst ging Herr Krieg nicht direkt ein, sondern verwies auf Herrn Nagl. Dass Professoren mit hohen Durchfallquoten in der Zukunft mit noch mehr universitätsinternem Druck rechnen müssen, kam nur in einem Halbsatz zur Sprache. Im Laufe des Abends kam hierzu von den im Publikum anwesenden Studiendekanen der Fakultäten jedoch noch einige nur behutsam verklausulierte Kritik.

Herr Nagl rechnete sich zunächst – teilweise zu Recht – die Quoten schön und stellte anschließend das Mentoringprogramm der Informatik vor. Dabei kann ich das herausrechnen von Studierenden, die sich über Jahre niemals zu einer Klausur anmelden, durchaus verstehen; dass er jedoch auch Studierende, die bereits nach einem Semester aufgeben, nicht als Abbrecher betrachtet, erinnerte mich mehr an den Ausspruch „trau keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast“. Unter diesen Leuten werden sicherlich viele sein, denen schnell klar geworden ist, dass sie das Studium überfordert, und denen die Informatik kaum zu einem Abschluss verhelfen könnte, da die Grundvoraussetzungen einfach fehlen. Dennoch sind es Abbrecher, die man nicht einfach aus der Grundgesamtheit nach Gutdünken streichen kann, ohne die eigene Reputation anzukratzen. Die Methode des Metorings selbst kann leicht zusammengefasst werden als „Studierende dazu zwingen, sich mit den Fragen des Studiums zu beschäftigen“. Dass dies bei Studierenden, denen es an der Fähigkeit zur Selbstorganisation mangelt, erfolge zeigt, wundert mich wenig. Gleichzeitig kommt bei mir die Frage auf, wie man so eben jene Fähigkeit zur Selbstorganisation im Studium vermitteln will und ob dies die Frustration vieler Studierender, mit denen ich tagtäglich zu tun habe und die sich in ihrem Studium weitgehend entmündigt fühlen, nicht zusätzlich verstärkt. Was die Studiendauer und die Bestehensquoten betrifft scheint das Mentoring eine Erfolgsgeschichte zu sein. Dennoch bleibt meine Meinung zwiespältig.

Herr Loggens Eingangsstatement beschränkte sich darauf, dass er sich freue, dass nun endlich offen über dieses Thema gesprochen werden könne. Seiner Erfahrung nach wurde das Thema Ende der 90er noch totgeschwiegen und intern als unerwünscht angesehen. Herr Loggen schaffte es erfrischender Weise den gesamten Abend über mit sehr kurzen Wortmeldungen seinen Standpunkt zu erklären und wichtige Punkte zu beleuchten.

Die Redebeiträge des AStA-Vorsitzenden stellten mich vor die schwierige Aufgabe ihnen einen Sinn zu entnehmen; über weite Strecken des Abends scheiterte ich daran. Glücklicherweise meldete er sich nicht allzu häufig zu Wort.

Diskussion

Anschließend leitete Herr Hebbeker in seiner Eigenschaft als Moderator die Diskussion ein. Meinem Eindruck nach hatte er leider Redakteure der BILD seine Fragen vorformulieren lassen; diese Suggestivmonster waren inhaltlich nur in so fern hilfreich, als dass man sich die offizielle Meinung der Hochschule noch einmal ins Gedächtnis rufen konnte. Glücklicherweise nahmen recht schnell Wortmeldungen aus dem Publikum den Fokus der Diskussion ein.

Im Weiteren wurde recht schnell klar, dass Herr Krieg einen pragmatischen Ansatz fahren will. Man könne als Hochschule das Abiturniveau nicht verändern, daher könne man nur auf die „gestiegene Heterogenität der Studierenden“ (Freunde des politisch korrekten Neusprechs kamen an diesem Abend durchaus auf ihre Kosten) reagieren. Da es politisch gewünscht sei, viele Studierende durch das Studium zu bekommen, sei ein „Studium der zwei Geschwindigkeiten“ wohl der Königsweg. Details dazu wurden jedoch keine genannt.

Aus dem Publikum meldeten sich unter anderem auch Herr Leonhardt (Studiendekan Fakultät 6) und Herr Schneider (Studiendekan Fakultät 5); viele andere habe ich nicht erkannt. Herr Leonhardt gab zu bedenken, dass viel zu viel Augenmerk auf der fachlichen Qualifikation der Studierenden liege, während der Stress und die Prüfungsängste aus dem Fokus gerieten. Herr Loggen pflichtete dem bei und berichtete, dass ein signifikanter Teil der Studierenden mit hervorragendem Abitur erhebliche Prüfungsschwierigkeiten habe. Ein mir unbekannter Mann wandte darauf ein, dass die PR mancher „Hype-Studiengänge“ vollkommen unpassend wäre. Beispielsweise würde in den Werbeveranstaltungen für Umweltingenieurwissenschaften zu wenig auf die mathematischen und physikalischen Herausforderungen hingewiesen. Herr Krieg gelobte daraufhin Besserung. Man wolle nicht möglichst viele, sondern möglichst die richtigen Studierenden gewinnen.

Herr Schneider gab zu bedenken, dass es nicht beliebig viele Abiturienten gäbe, die für ein technisches Studium geeignet seien. Unabhängig davon wie viel Energie die Hochschule investiert, seien nicht alle politischen Vorgaben umzusetzen. Unvorsichtige Maßnahmen würden einen privatwirtschaftlichen Sektor von notwendigen Studiumsvorbereitungen hervorbringen, den sich niemand wünschen könne. Leider war seine Wortmeldung so umfangreich und teils verklausuliert, dass ich leichte Probleme hatte ihm vollständig zu folgen. Als Quintessenz habe ich die Aussage begriffen, dass es aus seiner Sicht einen nicht auflösbaren, klassischen Zielkonflikt zwischen den Zielen Anzahl der Absolventen, Dauer des Studiums und Qualität der Abschlüsse gäbe. Eine signifikante Verbesserung in einem der Ziele, würde daher zwangsläufig eine signifikante Verschlechterung in mindestens einem der anderen Ziele bedeuten. Ich persönlich kann ihm da weitestgehend zustimmen, jedoch sehe ich noch Verbesserungspotential, das von diesem Zielkonflikt nicht betroffen ist. Die Bachelor- und Masterstudiengänge haben sich noch nicht perfekt eingeregelt, da einfach noch nicht genug Erfahrungen mit dem neuen System gemacht wurden. Alle verbliebenen Fehler, die hier noch ausgebügelt werden können, sind echte Verbesserungen.

Ebenfalls thematisiert wurden Zwangsanmeldungen zu Klausuren. Diese würden in nicht wenigen Fällen zu erheblichen Problemen führen, hätten aber kaum einen positiven Effekt, da Studierende problemlos und jederzeit ein ärztliches Attest bekommen könnten. Herr Krieg bestätigte letzteres: die RWTH bekomme jedes Jahr über 19.000 Atteste für krankheitsbedingte Klausurrücktritte. Dass es keine positiven Wirkungen gäbe, wurde hingegen auch aus dem Publikum bezweifelt. Leider konnte keine der beiden Seiten konkrete Zahlen nennen, so dass es nur bei persönlichen Einschätzungen der Situation blieb. Herr Krieg ließ zum Ende der Diskussion durchblicken, dass die Universität durchaus eine Alternative zu Zwangsanmeldungen in der Planung habe. So sei es denkbar, dass die Universität nur Rückmeldungen von Studierenden akzeptieren könne, die im vorangegangenen Semester mindestens 50% der planmäßig zu erhaltenden Credits geholt haben. Ein Gremium für Härtefälle – gerne auch ein rein studentisches – wäre in dem Fall notwendig. Wie weit die Planungen hierzu sind, ließ Herr Krieg allerdings nicht durchblicken.

Nachdem Herr Schneider anmerkte, dass Motivation ein entscheidender Faktor im Studium sei und diese Häufig fehle, meldete ich mich ebenfalls zu Wort und gab zu bedenken, dass die starke Verschulung des Studiums auf die Studierenden, mit denen ich regelmäßigen Kontakt habe, bereits entmündigend wirke und so vorhandene Motivation weiter zerstöre. Daraufhin kam die Diskussion auf, warum Studierende seit dem Wechsel auf das Bachelor-Master-System überzeugt sind, möglichst in Regelstudienzeit abschließen zu müssen. Eine befriedigende Antwort auf diese Frage wurde nicht gefunden, aber der Druck scheint von der Hochschule zu kommen; dies ist wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Informatiker nicht „mit Auszeichnung“ bestehen können, wenn sie zu lange brauchen. Herr Nagl kündigte an, dass man andererseits in Zukunft mit noch weniger Reife (und wohl auch Eigenverantwortung) der Studierenden rechnen dürfe: „Bei 1000 Siebzehn- bis Achtzehnjährigen im Audimax gibt es nicht nur Flieger.“ Die RWTH müsse noch stärker mit Vorbereitungskursen auf die Uni vorbereiten. Herr Leonhardt merkte an, dass der politische Wunsch, das Studium möglichst in Regelstudienzeit durchzuziehen, den Stress der Studierenden weiter verschärfe; er könne seine Studierenden kaum dazu bringen, sich die notwendige Zeit für das Studium zu lassen. Schließlich erklärte Herr Krieg, dass es der RWTH in erste Linie darauf ankäme, dass Studierende ihr Studium erfolgreich abschließen. Das Ziel der Regelstudienzeit sei klar zweitrangig. Andererseits sei die RWTH mit hohen Studienzeiten international kaum wettbewerbsfähig. An dieser Stelle meldete sich Herr Nagl zu Wort, der als emeritierter Professor nichts zu verlieren hat, und sagte sehr unverblümt, dass es so etwas wie Wettbewerbsfähigkeit hier überhaupt nicht gebe, dass die Hochschulsysteme in den USA und Deutschland gänzlich unterschiedlich seien und dass daher alle Vergleiche hinken würden. Herr Krieg ließ diese recht scharfe Zurückweisung unkommentiert stehen.

Das Ende

Herr Hebbeker beendete die Veranstaltung nach über zwei Stunden mit einer einseitigen Zusammenfassung und vollkommen überflüssigem Eigenlob der RWTH. Mir ergab sich der Eindruck, dass die strategischen Planungen der RWTH weitestgehend abgeschlossen sind. Die Podiumsdiskussion war sehr hilfreich um ein Gefühl für die Zukunft zu bekommen, wenn auch leider nichts Konkretes angekündigt wurde. Herr Krieg schien an den Wortmeldungen des Publikums durchaus interessiert zu sein, jedoch erkannte ich keine Bereitschaft, die gemachten Vorschläge auch tatsächlich in die Zukunftsstrategie der Hochschule zu übernehmen, aber da mag ich mit meiner Einschätzung falsch liegen. So bleibt bei mir der Eindruck einer Mischung von Informationsveranstaltung, PR-Testballon und politischem Stelldichein. Ich bin gespannt welche konkreten Maßnahmen die Zukunft so bringt.

Foto by Euku (CC-BY-SA 3.0)

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Ich habe fertig

Nach über drei Jahren Mitarbeit geht MULTIFORM – die Finanzierungsquelle meiner Doktorandenstelle – zu Ende. Es war eine interessante Zeit in der ich viele nette Leute und viel Bürokratie kennengelernt habe. Auch wenn ich zwischendurch das Projekt verflucht habe, so muss ich doch insgesamt eine positive Bilanz ziehen. Alles, was zwischendurch einfach nicht klappen wollte, hat zum Ende hin doch funktioniert und wurde sogar gelobt, einige der geschlossenen Freundschaften werden wohl auch über das Ende des Projektes weiterbestehen und die Erfahrungen im Umgang mit riesigen Bürokratiemonstern kann auch nicht schaden 😉

Ich bin jetzt übrigens auf einer Haushaltsstelle und kann in Ruhe weiterforschen. Das Projekt ist vorbei, die Arbeit noch lange nicht.

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RoomWTH

Johnny Automatic Look it up (openclipart.org)Diese kleine App hilft dabei Chaos in die Raumnamen der RWTH Aachen zu liefern. Sie bietet eine Volltextsuche aller Vorlesungssäle und Seminarräume der RWTH Aachen und offenbart beispielsweise, dass 2356|050 entgegen dem üblichen Schema nicht in Gebäude 2 (Altbau Informatik) auf Etage 3 zu finden ist, sondern die neue Bezeichnung des Hörsaals AH V ist (dieser befindet sich in Gebäude 5). Dazu liefert der RWTH Room Finder die Straßenadresse und kann diese in Google Maps anzeigen.

Was leider noch nicht vorhanden ist, ist ein Übersichtsplan des Gebäudes, um den Raum noch leichter zu finden. Sobald die App stabil läuft, werde ich die RWTH Aachen um eine entsprechende Zusammenarbeit bitten.

Die erste Test-Version ist im Market zu finden. Diese App wird Einzug in die Vorlesung Einführung in eingebettete Systeme halten.

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