Abonnements – was Facebook vor mir versteckt

Niemand will alles hören und sehen, was seine Freunde mitzuteilen haben. Vieles ist trivial, anderes nervt. Wenn eine Bekannte ihr Facebook-Profilbild zehnmal hintereinander ändert, bis ihr der Bildausschnitt wirklich gefällt, reicht es mir von der letzten Änderung zu erfahren; zehn Meldungen dazu sind eher nervig. Facebook setzt automatische Filter ein, um dem Datenstrom Herr zu werden: ein Algorithmus bestimmt, ob ein Ereignis (Gefällt mir, Statusupdate, Foto, Änderung des Beziehungsstatus) wichtig, weniger wichtig oder unwichtig ist. Dazu gibt es dann noch verschiedene Kategorien von Ereignissen, die separat geblockt werden können:

Facebook Abo-Menu
Facebook Abo-Menu
  • Lebensereignisse
  • Statusmeldungen
  • Fotos
  • Spiele
  • Kommentare und „Gefällt mir“-Angaben
  • Andere Aktivitäten

All dies fasst Facebook unter dem Begriff des Abonnements zusammen.

Keine Panik

Zunächst einmal gilt der Grundsatz des Hitchhiker’s Guide to the Galaxy: „Don’t Panik!“ Das Ganze ist zwar etwas kompliziert und unkomfortable zu bedienen, aber noch nicht der Untergang des Abendlandes. Insbesondere sind Statusmeldungen wie

„Bei mir bitte auch: Mit dem Cursor über meinen Namen fahren, das Pulldownmenü abwarten und über „Abonniert“ fahren. Bei „Kommentare und Gefällt mir“ das Häkchen entfernen! … Sonst macht ihr jedesmal, wenn Euch etwas von mir gefällt, selbiges öffentlich und dem gesamten Facebook zugänglich … Vielen Dank ! Copy and Paste, bitte, wenn Ihr nicht wollt, dass dasselbe mit Euren Inhalten passiert.“

reiner Blödsinn. Wer so etwas in sein Profil schreibt, fordert seine Freunde auf, ihn zu ignorieren. Wie man bestimmen kann, wer welche Inhalte sehen kann, werde ich in den kommenden Tagen niederschreiben.

Bedeutung

Aber was bedeuten denn nun diese Einstellungen? Zunächst sorgen diese Filter dafür, dass man – unabhängig davon was man früher einmal eingestellt hat – „Die meisten Aktualisierungen“ aller Kategorien auf seiner Facebook-Startseite zu sehen bekommt. Für jede Person kann man nun Einstellen, ob der automatische Facebook-Filter normal, stark oder gar nicht filtern soll. Für die meisten Benutzer wird die Voreinstellung wohl die sinnvollste Option sein; ich selber habe gerne etwas mehr Kontrolle und habe den Filter daher abgeschaltet „Alle Aktualisierungen“. Darüber hinaus kann man für jede Person einstellen, welche Aktivitäten man angezeigt bekommen will. Das gefällt mir besonders gut, weil ich ab jetzt nicht mehr Lesen muss, wer seine virtuellen Kühe umarmt hat und was in diversen Glückskeksen steht. Das konnte man zwar vorher auch schon blocken, aber nur für jede App einzeln; endlich kann man alle Spiele für alle Zeiten ignorieren. Genauso habe ich bei vielen Leuten, mit denen ich nur sehr losen Kontakt pflege, die Kommentare und „Gefällt mir“-Angaben und Andere Aktivitäten deaktiviert. Nicht weil irgendein Hoax mir befohlen hat dies zu tun, sondern weil diese Leute größtenteils Einträge kommentieren, deren ursprüngliche Autoren ich überhaupt nicht kenne und die mich nicht wirklich interessieren. Diese Einträge hätte ich übrigens auch schon davor sehen können, wenn ich danach gesucht hätte; ein Kommentar oder „Gefällt mir“ sorgt lediglich dafür, dass es mir aktiv präsentiert wird. Der Grund dafür ist, dass der ursprüngliche Autor den Eintrag für „Freunde von Freunden“ oder „Öffentlich“ mitgeteilt hat, aber dazu in wenigen Tagen mehr.

Das ist alles was die Abos machen: sie bestimmen, was man auf seiner Facebook-Startseite angezeigt bekommt. Interessant ist noch, dass man nicht nur seinen Freunden, sondern allen Facebook-Nutzern erlauben kann, die eigenen Beiträge zu abonnieren. Dazu muss man lediglich unter https://www.facebook.com/about/subscribe die grüne Schaltfläche klicken, was den Abonnieren-Button öffentlich sichtbar macht. Nicht-Freunde-Abonnenten können nur öffentliche Beiträge sehen; man sollte also wissen, wie man die Sichtbarkeit von Beiträgen einschränkt bevor man diese Funktion aktiviert.

Diese Funktion ist wohl der Konkurrenz zu Google+ und Twitter geschuldet und wird für die meisten Facebook-Nutzer wohl nur passiv genutzt werden: man muss nun nicht mehr der Freund seiner Lokalen Band sein oder auf einer Fan-Seite, die man nur beobachten will, „Gefällt mir“ klicken, sondern kann diese einfach abonnieren.

Kritik

Da ich bereits bei der ersten Einführung von Filtern (damals galten die noch für alle Kontakte gleichermaßen) die automatische Filterung deaktiviert hatte, war ich sehr genervt, diese Einstellung bei jedem Kontakt separat erneut einstellen zu müssen.

Facebooks Mentalität, einfach die Einstellungen seiner Benutzer beliebig überschreiben zu können, nervt gewaltig. Einige Tage war mir nicht bewusst, was ich überhaupt noch sehe, und anschließend hat es mich über eine Stunde gekostet, die entsprechenden Einstellungen durchzuführen, weil es kein brauchbares Benutzerinterface gibt, um mehreren Personen die gleichen Abo-Einstellungen zu verpassen. Die entsprechenden Einstellungen bei Listen von Freunden haben leider eine andere Funktion, zu der ich in den kommenden Tagen noch etwas schreiben werde. Sehr nervig!

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