EDGE country dank congstar LTE-Falle

Selbst als Technik-Freak kann man bei congstar in die Falle tappen und steht am Ende ohne LTE da.

Mein Oneplus 3 ist ein Dual-SIM Handy. Das heißt, ich kann zwei SIM-Karten parallel nutzen und das wollte ich jetzt auch tun. Nach einem längeren Test mit einer ungenutzten ALDI-Talk SIM war ich mir sicher, dass die Umsetzung auch tatsächlich so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe: man merkt quasi nicht, dass man zwei SIM-Karten nutzt, wenn man die wenigen Einstellungen richtig gemacht hat.

Da alle Tests erfolgreich waren, habe ich meinen 3 GB Smartphone-Tarif bei congstar auf einen Telefontarif ohne Grundgebühr umgestellt und gleichzeitig einen neuen 5 GB Daten-Tarif gebucht. Der Daten-Tarif kostet das gleiche, kann aber nicht telefonieren. Zusammen mit dem Telefontarif wären das dann 2 GB gratis im Monat. Die 30€ Anschlussgebühr ließ sich nach zwei Minuten Google durch einen 40€ Gutschein problemlos überkompensieren. Es war wohl doch zu schön um wahr zu sein.

Mir war leider nicht klar, dass die Telekom zwischenzeitlich bei congstar massiv die Daumenschrauben angezogen hat. Seitdem muss man bei congstar anklicken, dass man Privatkunde ist und man bekommt keinen Zugriff mehr auf das LTE-Netz. Ersteres war mir egal, letzteres war nicht zu erkennen, da die Werbeklauseln sich nicht geändert hatten. In der Tat war mein alter Tarif wohl nur aus Zufall oder Kulanz oder aufgrund technischer Gegebenheiten beim Vertragsabschluss überhaupt in der Lage ins LTE-Netz zu kommen. Für mich als langjähriger Kunde, war das allerdings inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass selbst c’t-Redakteure in die congstar LTE-Falle getappt sind [ab 41:25].

Wer jetzt noch per congstar LTE bekommt, sollte nur ganz vorsichtig den Vertrag umstellen!

We can’t stop here, this is EDGE country!

Die Festlegung auf LTE ist dabei wichtiger als man allgemein vermuten mag. Das deutsche Mobilfunknetz besteht derzeit aus drei parallel laufenden Technologien:

  • 2G ist das gute alte GSM mit schnarchlangsamem Internet per GPRS und EDGE.
  • 3G ist umfasst Techniken wie HSDPA, HSUPA, HSPA.
  • 4G ist LTE in seinen verschiedenen Geschmacksrichtungen, von denen viele für den Endkunden meist nicht so relevant sind (Spezialtechnik für Verbrauchsmesser in Kellern oder Batteriebetriebene Sensoren). In der Regel wird LTE alle paar Jahre wieder ein Stück schneller.

Mein congstar Tarif war schon vor der Umstellung auf 21 Mbit/s eingeschränkt, obwohl selbst das von der Telekom verwendete HSPA+ bis zu 42 Mbit/s schafft. Diese Einschränkung ist vollkommen OK! Ich will nur sehr selten große Datenmengen mobil herunterladen. LTE bietet aber mehr als nur höhere Datenraten: es liefert bedeutend schnellere Reaktionszeiten und eine viel bessere Netzabdeckung. Um sicherzustellen, dass auch sehr alte Handys und vernetzte Geräte immer ins Netz kommen, bauen die deutschen Mobilfunkanbieter das 2G Netz nicht ab. Stattdessen findet der Ausbau von 4G auf Kosten von 3G statt. In immer mehr Gegenden fällt die mobile Internetverbindung dann ohne Vorwarnung auf EDGE zurück und selbst eine einfache Google-Suche nach guten Restaurants in der Umgebung wird zu einer Qual, weil der Mobilfunkturm in Sichtweite nur noch 2G und 4G aussendet. Aber selbst wenn 3G verfügbar ist, merkt man nach LTE-verwöhnten Jahren den unterschied doch deutlich! Webseiten laden viel langsamer – nicht aufgrund der Bandbreite, sondern aufgrund der Signallaufzeiten. Bevor über 3G die Verbindung zum Server hergestellt wurde, hat 4G die Daten schon heruntergeladen.

Der Versuch den Vertragswechsel rückgängig zu machen ist erwartungsgemäß gescheitert. Ich versuche jetzt mein Glück mit ALDITALK. So gut wie das Telekom-LTE-Netz wird es sicherlich nicht sein, aber hoffentlich besser als das EDGE-Drama. Es macht sich doch immer wieder bezahlt, Verträge nur noch mit monatlicher Laufzeit abzuschließen.

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Morgendliche Coffee Race Condition bei ALDI

Für manche Menschen ist das Einzige, das noch schlimmer ist, als ohne Internetzugang zu existieren, eine Existenz ohne Kaffee. Diese Menschen sollten jetzt besser nicht weiterlesen. Für alle anderen folgt die Kurzgeschichte zur „Coffee Race Condition“.

Die Kaffee-Automaten, die bei ALDI seit einiger Zeit stehen, lassen sich in einen Deadlock jagen. Wie zuverlässig das funktioniert, habe ich noch nicht evaluiert; ich will kein Hausverbot.

  1. Geld einwerfen
  2. Produkt wählen
  3. (ausversehen) Geldrückgabe drücken
  4. (reflexartig) auf OK drücken

Ich nehme an, dass Schritt 3 und Schritt 4 sehr schnell aufeinander folgen müssen. Ob noch weitere Bedingungen erfüllt sein müssen, die mir der Zufall beschert hat, kann ich gerade nicht sagen. Wenn die Race Condition eintritt, kommt das Geld wieder raus und es wir kein Produkt produziert, aber die Produktionsanimation läuft und forderte schließlich mit stoischer  Konsequenz die Entnahme des nicht vorhandenen Bechers. Deadlock. Selbst der Versuch eine Lichtschranke oder einen Durckkontakt im Becherhalter auszulösen schlug bei meinem unfreiwilligen Versuch fehl.

Die freundliche Dame von der Kasse wollte zunächst eine größere Wartung (Leerung aller Behälter, etc) beginnen, ließ sich aber überzeugen, einfach den grünen Power-Schalter zu betätigen.

Danach bootet das Gerät und verkaufte mir mein ersehntes Heißgetränk. Mal sehen, was der Hersteller zum Bugreport „Coffee Race Condition“ sagt.

Bootender Kaffeautomat nach Coffee Race Condition
Reboot tut gut
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Sozialwahl 2017

Wahlbriefumschlag

Alle sechs Jahre bekomme ich Post von der TK, die mich daran erinnert, dass selbst meine Krankenversicherung demokratisch organisiert ist. Das ist eine Tatsache, die ich im Prinzip für sehr begrüßenswert halte. Wenn ich bei meinen US-amerikanischen Bekannten höre, wie deren privaten Krankenversicherungen mit denen Umspringen, fühle ich mich vergleichsweise geborgen. Überhaupt habe ich mich bisher nie über die TK geärgert; ganz im Gegenteil.

Dennoch fällt es mir schwer an dieser Wahl teilzunehmen.

Volksfront von Judäa oder Judäische Volksfront

Ich habe bei der aktuellen Wahl eine Stimme und fünf Listen zur Auswahl:

  • Liste 1: TK-Gemeinschaft, unabhängige Versichertengemeinschaft der Techniker Krankenkasse e.V.
  • Liste 2: ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
  • Liste 3: IG Metall
  • Liste 4: Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Deutschlands e.V. / Kolpingwerk Deutschland / Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.
  • Liste 5: BfA DRV-Gemeinschaft – Freie und unabhängige Interessengemeinschaft der Versicherten und Rentner in der Deutschen Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Unfallversicherung e.V.

Da mir diese Liste rein gar nichts sagt, habe ich mir sogar die Arbeit gemacht, die Vorstellungen der Listen durchzulesen; danach war ich nicht schlauer. Außer Allgemeinplätzen ist nicht viel zu finden. Die einzige klare politische Forderung ist die Wiedereinführung der paritätischen Beitragszahlung, die jedoch nicht vom Kassenparlament sondern nur vom deutschen Bundestag per Gesetzesänderung herbeigeführt werden kann. Die Forderung hat mit der Stimmabgabe nichts zu tun und die Werbung damit halte ich für unredlich.

Klare Kante

Ich will wissen wofür eine Liste steht!

Homöopathie

Die TK zahlt aus Beitragsmitteln bis zu 100€ für homöopathische Arzneimittel pro Kalenderjahr. Beibehalten? Abschaffen? Ausbauen?

Impfungen

Die TK zahlt Impfungen, die andere Krankenkassen nicht im Katalog haben. Beibehalten? Auf empfohlene Impfungen reduzieren? Ausbauen?

Vorsorge-Prämien

Die TK zahlte früher Cash-auf-die-Kralle für einen gesunden Lebensstil, hat dieses Angebot aber zwischenzeitlich stark eingeschränkt. Beibehalten? Komplett abschaffen? Wieder ausbauen?

Vorsorge-Untersuchungen, individuelle Förderung, Beiträge…

Generell hat die TK für meinen Geschmack eine gute Mischung aus Beitragshöhe und zusätzlichen Leistungen im Angebot. Wollen die Listen daran etwas ändern? Fokus auf niedrige Beiträge? Fokus auf großes Zusatzangebot? Status Quo?

Alle diese Fragen will keine der Listen beantworten. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass die Wahlbeteiligung derart erbärmlich niedrig ist.

Ich wähle dennoch.

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Was ist das überhaupt? Die Cloud?

Der hochgehypte Begriff „Cloud“ bedeutet ganz banal, dass Daten auf Servern gespeichert und verarbeitet werden und der daraus entstehende Service über das Internet erreichbar ist.

Im Grund war bereits das Lesen und Schreiben von E-Mails über Dienste wie GMX oder web.de in den 90ern Cloud-Computing. Wirklich interessant wurde das Konzept aber erst durch die starke Integration in Geräte und Arbeitsabläufe in den letzten Jahren. Dropbox und Google Drive synchronisieren beispielsweise alle Daten in einem speziellen Verzeichnis mit den Serverfarmen dieser Firmen. Ändert man eine Datei auf dem PC, ändert sich Datei in der Cloud und damit auch auf allen anderen PCs, die mit diesem Benutzerkonto verbunden sind; letzteres ist der eigentliche Clou. Adressbücher in Firmen werden heutzutage meist zentral geführt, so dass alle Mitarbeiter auf Kontaktdaten von Kollegen und Geschäftspartnern zugreifen können, sobald die Sekretärin die Daten der Visitenkarte ins System einträgt. Noch wichtiger im Alltag sind gemeinsame Terminkalendersysteme, die sogar Ressourcen wie Besprechungsräume automatisch zuweisen können. Wenn man die Einladung eines Kollegen auf dem PC angenommen hat, steht diese augenblicklich auch im Kalender des Smartphones, eben weil es der gleiche Kalender ist und die Cloud dafür sorgt, dass überall die gleichen Informationen zur Verfügung stehen. Aber auch die Kontakte von privaten Smartphonebesitzern landen in der Cloud und sind nach einem Gerätewechsel sofort wieder verfügbar, wenn man nicht die Cloud wechselt (beispielsweise von Apple (iOS) zu Google (Android) oder umgekehrt). Durch beliebig komplexe Rechtesysteme, kann außerdem detailliert festgelegt werden, wer auf welche Daten zugreifen oder diese sogar verändern kann – häufig ohne Detailwissen der Endnutzer.

Hinzu kommen immer weitere Dienste: Evernote, Microsoft OneNote und Google Keep bieten digitale Notizzettel an, die weit über das hinausgehen, was man von Papier und Bleistift gewohnt ist. Von der automatischen Erkennung von Handschriften und Visitenkarten bis hin zu Präsentationen können diese Programme eine ganze Menge bieten. Selbst ganze Programmsuiten wie Office gibt es in der Cloud. Natürlich stehen hier die Dateien über die Cloud auf allen Endgeräten zur Verfügung, aber darüber hinaus können sogar mehrere Autoren gleichzeitig einen Text bearbeiten. Das mag zunächst gewöhnungsbedürftig erscheinen, kann jedoch unglaublich praktisch sein, wenn das Team minimale Disziplin an den Tag legt. Musik- und Videodateien, die in der Cloud liegen, kann man, den passenden Cloud-Player vorausgesetzt, direkt auf einer Webseite abspielen ohne die Daten auf das eigene Gerät herunterladen zu müssen.

Nur die Spitze des Eisbergs

Endanwender sehen in der Regel nur die oben beschriebene Spitze des Eisbergs, die man „Software as a Service“ nennt. Man muss die Software nicht mehr selber auf einem Rechner installieren und laufen lassen, sondern benötigt nur noch einen Webbrowser wie Firefox oder Chrome. Bei GMX und web.de benötigte man bereits in den 90ern kein E-Mailprogramm, sondern konnte direkt auf der Webseite E-Mails schreiben und lesen. Aber selbst, wenn man ein E-Mailprogramm benutzen wollte, musste man zumindest den Mailserver nicht selber betreiben. Diese Vorteile sind nur den allerwenigsten Menschen überhaupt bewusst, da zuvor E-Mail in der breiten Bevölkerung so gut wie unbekannt waren.

Unter dieser Ebene kommen noch „Platform as a Service“ und „Infrastructure as a Service“, die hauptsächlich an Firmen und professionelle Anwender vermarktet werden und für diesen Beitrag nicht weiter wichtig sind; ich gehe in Folgebeiträgen darauf ein.

Alles kostenlos?

Viele Cloud-Dienste kann man gratis im Internet nutzen. Wer ein Smartphone hat, nutzt diese Dienste wahrscheinlich ohne sich dessen bewusst zu sein. Mit der Anmeldung bei Google oder Apple werden die Kontaktdaten des Telefons automatisch in der Cloud gesichert, ebenso der Kalender. Wem das nicht bewusst ist, der hat bei der Einrichtung des Smartphones ohne zu lesen auf „weiter“ geklickt oder diese direkt dem Familien-IT-Verantwortlichen übertragen. Die Betriebssysteme erklären inzwischen recht detailliert, welche Daten übertragen werden und erlauben hier auch eine gewisse Steuerung; bei Apps ist das nicht immer so vorbildlich umgesetzt.

Seit einiger Zeit bereits werden auf Android-Smartphones sogar Daten einzelner Apps automatisch bei Google Drive gesichert, so dass beim Wechsel auf ein neues Smartphone beispielsweise die alten Whatsapp-Nachrichten mitkommen, ohne dass der Benutzer sie manuell kopieren muss. Überraschen ist dabei, dass die Daten nicht bei Whatsapp liegen, sondern bei Google, obwohl Whatsapp von Facebook, das mit Google in Konkurrenz steht, gekauft wurde. Bei so viel Komfort und verschiedenen Diensten stellt sich die Frage, wer am Ende die Hardware und die Programmierer bezahlt, die im Hintergrund werken. Die Antwort lautet meist „die Werbekunden“ oder „die professionellen Benutzer“.

Google durchsucht fleißig jeden Informationsfetzen, den es in die Finger bekommt, und kategorisiert und katalogisiert Tag und Nacht. Das Ergebnis ist ein Profil des Benutzers, dass es Google erlaubt, Werbung zielgenau zu platzieren; das ist sehr viel bares Geld wert. Google ist aber nicht alleine; Payback basiert vollkommen darauf Kundendaten zu sammeln und zu analysieren. Und wer glaubt, dass es da ja nicht viel herauszufinden gäbe: das US-Unternehmen Target hat unbeabsichtigt einem werdenden Großvater darauf hingewiesen, dass seine Tochter schwanger ist. Die Tochter hatte vermehrt bestimmte Produkte gekauft, was bereits ausreichte, um Target zu verraten, dass sie wahrscheinlich schwanger war und zwar in welchem Monat!

“My daughter got this in the mail!” he said. “She’s still in high school, and you’re sending her coupons for baby clothes and cribs? Are you trying to encourage her to get pregnant?”

Alternativ gibt es von vielen Diensten Pro-Versionen, die Geld kosten und mehr Funktionen und / oder mehr Speicherplatz zur Verfügung stellen. Damit können die Firmen genug Geld verdienen, um auch die kostenlosen Nutzer zu versorgen. Allerdings gibt es dieses Modell nur ganz selten ohne die gleichzeitige Analyse für Werbekunden; Details verraten die Datenschutzbestimmungen, die man tatsächlich lesen sollte.

Datenschutz und Sicherheit

Wer nicht möchte, dass seine Daten für Werbekunden, politische Parteien oder andere zahlungskräftige Kundschaft analysiert werden, muss sich damit abfinden, dass diese praktischen Dienste immer etwas kosten: Entweder Geld oder die Privatsphäre. Hinzu kommt, dass ausländische Geheimdienste sehr einfach an diese Daten kommen. Insbesondere in den USA sind Ausländer deutlich schlechter Geschützt. Zwar hat das US-Justizministerium vor Gericht verloren, als sie auf Microsoft Server in Irland zugreifen wollten, jedoch hat Google gerade einen ähnlichen Fall verloren. Endgültig wird diese Fragestellung erst vom Supreme Court geregelt werden, aber selbst dann kann die Legislative einfach das Gesetz ändern. Außerdem geht es nur darum, ob US-Firmen die Daten sofort herausgeben müssen, oder ob US-Behörden zunächst internationale Rechtshilfe beantragen müssen und US-Firmen die Daten dann an lokale Behörden weitergeben. Der irische Datenschutz ist nicht gerade dafür bekannt, besonders streng zu sein, ganz im Gegensatz zum deutschen Datenschutz.

Für meine Cloud habe ich mich daher entschieden, die Daten in Deutschland bei einer deutschen Firma zu speichern. Zwar könnte man die Daten auch zu Hause auf einem Mini-Server speichern, aber das kommt für mich nicht in Frage. Zum einen ist meine Internetverbindung in Uploadrichtung nicht wirklich schnell, was das Herunterladen von Daten unterwegs unglaublich verlangsamen würde; zum anderen ist es Arbeit einen Server immer auf dem aktuellen Stand der Technik, insbesondere in Sicherheitsfragen, zu halten. Bei einem professionellen Hoster, habe ich beide Probleme nicht. Wenn ich mir vorstelle, wie viel Zeit mich das eigenhändige Administrieren kosten würde, und das mit den monetären Kosten des Hosters vergleiche, kommt dabei ein Stundenlohn zusammen, für den ich meine Freizeit einfach nicht opfern will.

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Sag „bitte“!

Bei ALDI ist der Getränkeautomat ausgefallen; ein Kunde hat einfach nicht ‚bitte‘ sagen wollen. Das muss eine dieser neumodischen Cloud-KIs sein, die eingeschnappt reagieren, um menschlicher zu wirken.

 

Ich sage jetzt immer „bitte“ und „danke“. Vielleicht gibt es dann ja Mal einen Kakao gratis.

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Willkommen zu Hause

Copyright: ALL-INKL.COM

Meine Daten sind endlich umgezogen. Es ging ans andere Ende der Republik, genauer nach Dresden in ein schickes Rechenzentrum. Zuvor waren sie allerdings über die ganze Welt verteilt. Vielleicht lagerten sie in den USA, vielleicht in Irland oder auch in Deutschland; so genau kann ich das selbst als Informatiker nicht sagen. Google, Dropbox, Microsoft und etliche kleinere Firmen, die ich jedoch mehr experimentell genutzt hatte, überantwortete ich meine Daten. Es war bequem und kostenlos und der Kontrollverlust leicht zu ignorieren. Zwischenzeitlich haben sich die Lösungen für Privatanwender jedoch massiv weiterentwickelt, so dass es kein Problem mehr ist, alle diese Dienste selber zu betreiben.

In den folgenden Blog-Posts beschreibe ich, was sich mit einer eigenen Cloud alles machen lässt. Dazu gibt es einfache Anleitungen und technische Erklärungen für alle, die es mir gleich tuen möchten.

Posts, deren Titel mit „Was ist das überhaupt?“ beginnen, erklären Funktionen und Technik. Da ich meine Cloud auch meiner Familie zur Verfügung stelle, sind diese Beiträge so geschrieben, dass jeder sie mit minimalem technischen Vorwissen verstehen kann.

Posts, deren Titel mit „Wie geht das überhaupt?“ beginnen, erklären technische Details und enthalten Anleitungen für die eigene Umsetzung. Mit etwas Technikaffinität und Google sollten auch diese Beiträge ohne Informatikstudium verständlich sein.

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Der Einzelhandel besiegt sich noch immer selbst

CC-BY Alex E. Proimos

Schon vor einiger Zeit habe ich über meine Erfahrungen mit dem lokalen Einzelhandel (damals noch in Aachen) geschrieben. Auch nach meinem Umzug ins ländliche hat sich die Situation nicht wirklich verbessert.

Der Fernseher, den ich damals trotz Aufsuchens von Media Markt und Saturn nicht vor Ort kaufen konnte, war im Internet problemlos zu bekommen – günstiger. Er tut immer noch vorbildlich seinen Dienst, aber mit dem Umzug in ein größeres Haus mit deutlich größerem Wohnzimmer wirkte das 32″ Gerät doch etwas verloren, und so reifte schon seit längerer Zeit der Wunsch nach etwas Größerem. Die bevorstehende Abschaltung von DVB-T war daher nur der konkrete Auslöser erneut den Media Markt aufzusuchen.

Zuvor habe ich mich im Internet und in der Zeitschrift test über DVB-T2 HD informiert und mir einen passenden Samsung-Fernseher ausgeguckt. Mit der besseren Hälfte im Schlepptau wollte ich mir das Gerät nun live und in Farbe angucken und bei Gefallen auch direkt mitnehmen. Gefallen war durchaus vorhanden, Verkaufspersonal eher weniger. So dauerte es eine Dreiviertelstunde, um herauszufinden, dass das CI+ Modul mit dem Fernseher funktioniert, dass wir den Fernseher zu Hause aufstellen und bei unerwartetem Nichtgefallen auch wieder gegen Bargeld zurückgeben dürfen (ist bei Online-Einkäufen schließlich selbstverständlich) und wo genau die Kartons mit dem Fernseher stehen. Ergebnis: alles prima, aber es ist nur noch das Ausstellungsstück da – mal wieder. Bestellen dauert 12 Wochen! Ich habe den Fernseher noch im Laden über mein Smartphone zum gleichen Preis gekauft. Liefertermin: Dienstag.

Immerhin meine neuen Sportschuhe konnte ich im nahegelegenen Fachgeschäft erwerben. Anprobieren, kaufen, mitnehmen; gute Beratung, keine Wartezeit, kein Frust. Ich habe auch schon Schuhe online bestellt; an das „mehrere Paare kaufen und mindestens die Hälfte wieder zurückschicken“ kann ich mich aber einfach nicht gewöhnen.

Zumindest mich wird langfristig nur der Bedarf nach passgenauen Produkten (Schuhe, Kleidung) und Gegenständen des alltäglichen Bedarfs (Metzger, Bäcker, Supermarkt, Drogerie) in ein Ladengeschäft bekommen. Den nächsten Fernseher kaufe ich definitiv direkt online.

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Ein neues Kapitel beginnt

Mein Schreibtisch ist frei.
Der Rollcontainer ist leer.
Die letzte Email geschrieben.
Es war eine sehr geile Zeit.
Ab Freitag geht es auf in ein neues Abenteuer!

2014-08-01 14.35.52

Mit diesen Zeilen habe ich mich letzte Woche aus dem Uni-Leben verabschiedet. Seit Freitag arbeite ich nun bei der DSA und bin sehr glücklich mit meiner Wahl. Jetzt geht es mit ganz großen Schritten in die Zukunft.

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Kein Recht auf Vergessen

Google-Suche nach Mario Costeja González
Google-Suche nach Mario Costeja González

Wer glaubt, dass das Urteil des EuGH wirklich einem Recht auf Vergessen gleichkommt, irrt. Vielmehr handelt es sich erneut um eine Internetsperre, die eben nicht das erreicht, was manche sich von ihr erhoffen.

Kein Automatismus

Der EuGH hat geurteilt, dass einzelne Treffer aus der Google-Ergebnisliste zu löschen sind, wenn der Betroffene dies verlangt und im Einzelfall die Persönlichkeitsrechte das Interesse der Allgemeinheit an diesen Informationen übersteigt. Dabei sind nur solche Ergebnislisten betroffen, die „die im Anschluss an eine anhand des Namens einer Person durchgeführte Suche angezeigt“ werden. Google hat nun einen Lösch-Beirat, in den unter anderem Sabine Leutheusser-Schnarrenberger berufen wurde, eingerichtet, der sich mit den Lösch-Anträgen befassen soll. Dass Google Anträge nicht einfach durchwinken würde, war zu erwarten, und mittlerweile sind erste ablehnende Bescheide aufgetaucht.

Löschen ist besser als Sperren

Google hat viel zu verlieren, zu allererst seinen Ruf als neutrale Plattform, mit der man zuverlässig an die jeweils gewünschten Informationen kommt; Selbstzensur ist da ein großes Manko. Man kann daher erwarten, dass nur in eindeutigen Fällen es zu einer sofortigen Löschung kommt und alle weiteren Anträge erst mühevoll zu Datenschutzbeauftragten und Gerichten getragen werden müssen. Ich erwarte, dass nur eine Minderheit tatsächlich vor ein ordentliches Gericht zieht; die Mehrheit der Querulanten will sich keinen Anwalt leisten und schreibt lieber seitenweise Schmähschriften statt wirksamer Anträge.

Aber selbst wenn man es schafft, einen Eintrag aus den Suchergebnissen entfernen zu lassen, so ist der Inhalt nicht weg. Im Fall des klagenden Spaniers, mag das Vorgehen noch Sinn ergeben, da die eigentlichen Informationen nicht aus dem Netz zu kriegen waren; die Zeitung hat nach wie vor schlichtweg das Recht diese Informationen zu verbreiten – wir haben nur kein Recht mehr diese Informationen zu finden. In vielen anderen Fällen wird es aber sicherlich sinnvoller sein, auf den entsprechenden Hoster zuzugehen (abuse@domain.tld) um unwahre und / oder schmähende Inhalte löschen zu lassen anstatt sie nur zu vergessen. Wenn man sich mit dem Hoster einigen kann (was ich für in der Regeln für erfolgsversprechender halte als einen Antrag bei Google) und das Material aus dem Internet verschwindet, wird Google dies automatisch bemerken und entsprechende Suchergebnisse verschwinden lassen; Webmaster können dies und die Bereinigung des Google-Cache sogar beschleunigen.

Barbara Streisand

Google kann man im besten Fall zum Verstecken von Suchergebnissen zwingen, aber Google wird das immer petzen und die Suchergebnisse auf der US-Version (www.google.com/ncr) weiterhin präsentieren. Barbara Streisand hat schmerzhaft erfahren, wie solch ein Schuss nach hinten losgehen kann, und wurde unfreiwillige Namenspatin dieses Effekts. Im Fall des klagenden Spaniers weiß jetzt nun wirklich jeder, dass sein Haus mal Zwangsversteigert wurde und sein Name taucht nun in Hunderttausenden von Suchergebnissen auf. Aber auch Otto Normalnutzer muss damit rechnen, dass internetaffine Menschen und spezialisierte Agenturen sich mit umso mehr Interesse auf die in der EU ausgeblendeten Suchergebnisse stürzen werden. Wenn man Informationen nicht aus dem Internet gelöscht bekommt, weil beispielsweise eine Zeitung das Recht hat diese Informationen zu verbreiten, kann es daher sinnvoller sein, die Google-Suche zu überschwämmen, statt einen Löschantrag zu stellen. Die eigene Homepage, Accounts bei Google+, Fotodiensten und anderen Internetpräsenzen fleißig bei Twitter und Foren verlinken und hoffen, dass nach und nach die ungewünschten Suchergebnisse auf Seite 2 der Google-Ergebnisse landen. Erfahrungsgemäß guckt sich niemand die zweite Ergebnisseite an.

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OK Google!

2014-07-03 14.37.21Google hat einen Sprachassistenten, was die logische Konsequenz von Apples erfolgreicher Einführung von Siri war. Zwar hört der Assistent sehr gut, nur leider versteht er sehr schlecht und handelt darüber hinaus auch noch inkonsistent.

Anlass dieses Beitrags ist ein Video auf heise.de, in dem die neuen Wearables (in diesem Fall Smartuhren) vorgestellt werden. Gerade diese kleinen Geräte, die man problemlos jederzeit zum Mund führen kann und die aufgrund des winzigen Displays für Sprachsteuerung prädestiniert sind, sollten eine bequemere und effizientere Nutzung von Google-Diensten ermöglichen; leider ist das nicht der Fall. Schon im Video ist zu sehen, dass zwar die Wörter erkannt werden, der Sinn jedoch häufig nicht verstanden wird und dann – zur Frustration des Benutzers – in einer wenig hilfreichen Google-Suche endet. Insbesondere die Kontextsensitivität lässt stark zu wünschen übrig. Wenn ich in Hannover nach dem Weg zum Flughafen frage und dass Gerät über Funkzelle, WLAN und GPS ermitteln kann, dass ich in Hannover bin, dann ist eine Route zum Flughafen München eine wirklich dumme Idee.

Ich versuche seit einiger Zeit die Sprachsteuerung sinnvoll zu nutzen und scheitere regelmäßig. Besonders deprimierend ist es, wenn ein und derselbe Befehl, zu unterschiedlichen Zeiten mal funktioniert und mal nur die Google-Suche anwirft. Wenn man sich in einschlägigen Foren umhört, stellt man schnell fest, dass man nicht alleine ist und das Problem schon lange besteht. Insbesondere die Navigation scheint hiervon betroffen zu sein, während Erinnerungen zuverlässiger funktionieren.

Aus meinem Sprachbefehl „Erinnere mich morgen daran PayPal zu kündigen“ wurde die Erinnerung „Zu kündigen“, obwohl die Spracherkennung den Satz zu 100% korrekt erkannt hatte. Dass Google den erweiterten Infinitiv nicht umwandeln kann, ist zwar doof, aber hinnehmbar. Das Objekt hingegen wegzulassen, macht das ganze Feature nutzlos.
Wenn ich hingegen versuche genauere Angaben zu machen (Datum und Uhrzeit), hört die Spracherkennung gerne mitten im Satz auf, weil die (viel zu geringe) maximale Länge erreicht ist. Und wenn man es durch sehr schnelles Sprechen dann doch noch schafft, alle Informationen erkennbar auszusprechen, verschluckt sich Google am 24-Stunden-Format und setzt einen Besprechungstermin für „9 Uhr“ auf 21 Uhr. Mein Gerät ist selbstverständlich auf das 24-Stunden-Format eingestellt, aber Google scheint diese simple Information nicht auswerten zu können.

Apple ist auch nicht perfekt

Ein kleiner Trost bleibt mir aber, wenn meine Apple-Fan-Kollegen von Siri schwärmen. Die semantische Verarbeitung von Siri ist zwar viel besser, aber dafür hapert es wohl häufiger an der Spracherkennung selber. Es ist ein schwacher Trost, aber immerhin etwas 😉

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